Wohnhaus Seestadt Aspern
- Art des Projektes
- Wettbewerb
- Jahr
- 2025
- Auslober
- EGW Erste gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH
- Team
- b18 Architekten ZT GmbH, Tragwerksplanung: gbd, Brandschutz: Vasko & Partner, Landschaftsplanung: YEWO, Simulation & Bauphysik: iC Consulenten
- Visualisierungen
- b18 Architekten
- Nutzfläche
- BGF oberirdisch ca. 18.650 m², davon ca. 3.700 m² Gewerbe
Topografie
Der natürlichen Topografie folgend werden die unterschiedlichen Ebenen genutzt, um neue interessante Standpunkte und Verweilqualität zu schaffen, hier ist es nicht einfach flach, hier spielt es sich ab.
Durchblick und Ausblick
Ohne die Prinzipien der klaren Blockkanten zu verlassen, werden gezielt Öffnungen und Gebäudebewegungen gesetzt. Es gibt keine dunklen Innenecken, sondern freie Sicht und attraktive Aus- und Einblicke. Dies schafft Sicherheit und damit Behaglichkeit.
Die richtige Lage
Das dynamische Gewerbe erhält seine Bestimmung im Erdgeschoss mit flexiblen Einheiten und Öffnung zu den verkehrszugewandten Zonen, wie der Sonnenallee. Der Kindergarten wird auf die grüne Saite und verkehrsfreien Zone beim Park gelegt. Die Gruppenräume öffnen sich zum Gartenhof und zur "grünen Saite". Arbeiten und Wohnen erhält seinen Platz an der Quartierstraße, hier lässt sich der vorhandene Vorgarten am besten nutzen.
Schwellen und Vorplatz
Die Ebene der Öffentlichkeit wird über sanfte Geländerampen verlassen und im Inneren mit Treppenanlagen auf zwei privatere, introvertiertere Ebenen gehoben. Es wird so ein Übergang vom Öffentlichen zum Privaten inszeniert. Die Kinder erhalten ihren Platz in der Mitte, auf der untersten Gartenebene, die durch eine Höhenstufe vom Rest der Gartenanlage getrennt ist. Ein Vorplatz beim Kindergarteneingang bildet den sicheren Filter zwischen der "grünen Saite" und dem Gartenhof.
Die 4 Gartenebenen
Vier Gartenebenen bilden den Rahmen für ein Miteinander von Jung und Alt. Die unterste Gartenebene bleibt dem Kindergarten als großer Spiel- und Kletterbereich vorbehalten.
Ein Höhensprung bietet eine natürliche Barriere ohne Zäune. Eine darüberliegende Gartenebene ist die halböffentliche Begegnungszone mit Verweilräumen, Spielbereichen, Zugängen zu Werkstätten und Wohnhäusern. Die dritte und vierte Ebene ist privater definiert. Nischen, Sitzstufen und Kleinkindspielbereiche laden mit dem Blick von oben zum Verweilen ein.
Vier Stadthäuser mit Gartenhof
Die Gewerbespange bildet den Sockel für 3 Stadtwohnhäuser. Der Kindergarten, als prägnanter Solitär am Park, bildet die Basis für das 4. Stadthaus. Jedes Stadthaus hat ein zentrales Atrium-Stiegenhaus als Ort der Begegnung und Kommunikation. Dies schafft Indentifikation und klare Adressbildung.
Außen scharf, innen weich
Die Blockkanten und Straßenfronten zeigen sich geschlossen. Volumen für die Höhenstaffelung wird subtrahiert und zur Ausbildung von Hochpunkten an der Sonnenallee und beim Solitär am Park genutzt.
Die städtische Struktur bleibt scharfkantig. Im Blockinneren wird mehr Oberfläche geschaffen, ausladende Balkone verzahnen sich mit dem Grünraum. Organisch schwingen sich die Gartenebenen durch den Gartenhof. Der Freiraum geht graduell und langsam in Privatraum über.
Zugänge und Mobilität
2 Hauszugänge in der Sonnenallee öffnen sich als Durchgang zum Gartenhof und erschließen mit klarer Adressbildung 2 Stadthäuser und die Gewerbespange. Ein kleiner Vorplatz ist das Entree mit Gartenzugang beim Gebäudeteil in der Quartierstraße. Der vierte Hauszugang nützt die Öffnung an der grünen Saite mit einem Nebeneingang am Quartiersweg. Fahrradräume direkt bei den Hauszugängen teilweise mit Werkstattkojen und Waschplatz fördern die gesunde Mobilität. Ergänzt wird das Angebot durch Scooter- und Lastenradstellplätze.
Gewerbe in der Spange
Die Gewerbespange entlang der Sonnenallee übernimmt die erprobten Merkmale eines Werkstättenhofs. Kleine Mieteinheiten gruppieren sich um einen Mittelflur, für Lieferanten gut erreichbar über eine Ladezone und zwei zentrale Hauseingänge. Der Mittelgang dient nicht nur der Erschließung, hier treffen sich die Mieter und tauschen sich aus. Die häufig nachgefragten Größen von 50m² sind zusammenschaltbar und den dynamisch agierenden Unternehmen anpassbar. Die Mieter bauen ihre Flächen für ihre Bedürfnisse selbst aus - dies spart Mietkosten und vermeidet unnötige Investitionen des Errichters. Schachtzonen entlang des Mittelganges und Aufputzinstallationen ermöglichen flexible Anpassungen der Haustechnik.
Allgemeine Sanitärbereiche und ein Communityhub für die Pausen und Besprechungen stehen den Mietern zur Verfügung. Häufig nachgefragte Lagerbereiche können im Keller, gut erreichbar mit den großen Aufzügen, angemietet werden. Die Gewerbespange soll an ein Netzwerk der Wr. Gewerbehöfe von KFJ und Wirtschaftsagentur angebunden werden. Zielgruppe sind Handwerker, die ihre Existenz gründen, oder ihre bisherigen Arbeitsorte ändern müssen, sowie soziale Einrichtungen, die hier eine neue Community bilden können.
Wohnen in den Stadthäusern
Die Wohnungen der vier Stadthäuser gruppieren sich jeweils um ein zentrales Atrium-Treppenhaus. Hier finden Begegnungen und Kommunikation statt. Gemeinsam statt einsam. Die größeren Einheiten sind über Eck querlüftbar und im DG geplant, die kleineren Typen werden in der kommunikativen Mitte verortet. An der Sonnenallee zeigen sich die Wohnhausfassaden geschlossener mit eingeschnittenen, introvertierten Loggien. An der Quartierstraße sind die Fassaden bereits mehr geöffnet und an der "grünen Saite" ergießt sich ein grüner "Wasserfall" über die terrassierten, geöffneten Fronten. Eine besondere Straße bekommt eine entsprechende Antwort.
Kindergarten im Solitär
Über den vom Verkehr abgewandten großen Vorplatz an der "grünen Saite" gelangen die Kleinsten über eine zentrale Erschließungszone zum Spiel in ihre Gruppenräume, die sich zum Gartenhof oder der grünen Saite orientieren. Umhüllt wird der Kindergarten mit einer schützenden, perforieretn Metallfassade, die als Rankgerüst, Geländer, Sichtschutz, Verschattung und verspieltes, identitätsstiftendes Icon dient.