Ein multifunktionales Gebäude für die Altersklassen 1–99+
Das bestehende Wohn- und Pflegeheim „Neumargareten“ wurde von der ÖJAB (Österreichische Jungarbeiterbewegung) 1983 als Seniorenheim errichtet. Den Anforderungen an ein modernes Pflegeheim konnte es nicht mehr entsprechen und wurde 2022 durch einen Neubau am Nachbargrundstück ersetzt. Nach vielen Nachnutzungsstudien und Untersuchungen der Gebäudestruktur wurde schließlich der Abbruch der Gebäude entschieden. Zielsetzung ist ein Gebäudetyp, der die unterschiedlichsten Nutzungen aufnehmen kann und dem Nachhaltigkeitskonzept der ÖJAB entspricht. Die bereits bestehenden Einrichtungen der ÖJAB im lebendigen Stadtquartier „Lebenscampus Wolfganggasse“ wie Studierendenheim, Ausbildungswerkstätten, Pflegewohnhaus, Cafeteria werden um folgende Nutzungen ergänzt:
Die Gebäudeanordnung des 8-geschossigen Neubaus ergibt sich aus der Flächenwidmung und Berücksichtigung der Nachbargebäude. Die geringe Straßenbreite und Topografie fordert eine Reduzierung der zulässigen Gebäudeklassenhöhe und Abstufung an der Gebäudeecke. Zur Ausbildung eines Hochpunktes an der Ecke Siebertgasse/Flurschützstraße und Beibehaltung einer durchgehenden Gebäudehöhe wird der Baukörper in der Siebertgasse ab dem 3. Obergeschoss von der Baulinie abgerückt. Dadurch ergibt sich eine bessere Belichtungssituation und eine vorgelagerte Sockelzone. Baumpflanzungen auf dem Dach dieses Gebäudeteils beleben den Straßenraum. Zusätzlich wird vorhandene Kubatur an die Gebäudedecke umgeschichtet, um einen städtebaulichen Akzent an der Kreuzung zu setzen.
Das Erscheinungsbild der Eckbebauung wird in der Sockelzone durch einen Stahlbeton-Grid mit Klinkerfassade definiert, welcher dem Gebäude einen starken und robusten Charakter verleiht und die Gestaltung des ÖJAB Pflegewohnhauses weiterführt. Ab dem ab 2./3. Obergeschoss wird eine verputzte Elementfassade vorgesehen. Die früher an der Flurschützstraße gelegene Garageneinfahrt wird neu als gedeckte Zufahrt in der Siebertgasse über die gemeinsame Rampe mit dem Pflegeheim geführt. Dadurch wird die Anzahl der Überfahrten reduziert und die stark frequentierte Radfahrroute in der Flurschützstraße gesichert.
Das L-förmig angelegte Gebäude teilt sich in den F-Trakt Flurschützstraße und den S-Trakt in der Siebertgasse. An einer Klinkerfassade vorbeigehend wird die Arkade mit dem Vorplatz der Haupteingänge des Kindergartens und der ÖJAB Nutzungen am Angang der Siebertgasse erreicht. Vom zentralen 2-geschossigen ÖJAB Foyer mit Postzone gelangt man zur Pflegeschule und zur zentralen Aufzug- und Stiegenhausgruppe die alle Ebenen mit den verschiedenen Nutzungen erschließt. Der Kindergarten verfügt über eine eigene Eingangszone.
Im 1. und 2. Obergeschoss Trakt Siebertgasse befindet sich die Verwaltungszentrale der ÖJAB. Die Physiotherapie-Einrichtung, sowie Büros und Schulungsräume der Pflegeschule und ein Dachgarten für Mitarbeiter der ÖJAB ist im 1.OG geplant. Die Stockwerke 2 bis 6 werden als Studierendenheim genutzt. Die Gemeinschaftsbereiche wie „Dorfplatz“, Fitnessraum, Waschküche sind im zweiten Obergeschoss vorhanden. ÖJAB HAUS LEBEN SIEBERTGASSE 21 2
Pflegeleichte Stauden und Kleingehölze in Trögen auf der Dachfläche über 2.OG ermöglichen einen grünen Ausblick für die straßenseitigen Zimmer im 3. Obergeschoß. Im 7. Obergeschoss sind die betreubaren Wohnungen für Senior*innen mit einem Gemeinschaftsbereich angelegt. Die Hotelnutzung ist in den beiden Dachgeschossen des F-Trakts geplant. In der untersten Ebene sind Nebenräume, Lager, Haustechnikräume und die Garage mit 46 Stellplätzen.
Ein Blick auf die Fassaden zeigt eine Klinkerfassade im Sockelbereich und darüber eine helle Putzfassade. Ein Dachgarten im 8.OG wird durch eine Stahlpergola, auf der die PV-Module angeordnet sind, beschattet. Zwei Wintergärten und eine Sanitärgruppe ergänzen das Erholungsangebot am Dach mit einem sehenswerten Fernblick und Ausblick auf die Stadt.