Auf dem Betriebsgelände einer ehemaligen OMV Tankstelle und einem daneben liegenden PKW-Parkplatz war die Errichtung einer geförderten Wohnhausanlage des Bauträgers „Heimbau“ geplant. Auf dem Nachbargrundstück in der Studenygasse befindet sich eine Gasdruckregelstation der Wienenergie zu der ein Sicherheitsabstand von 10 m einzuhalten ist. Der L-förmige Bauteil A mit der Bauklasse III an der Kreuzung Kaiser-Ebersdorfer-Straße 43/Studenygasse schließt widmungsgemäß den Eckbauplatz zu einem Gartenhof mit einem frei stehenden Solitär Bauteil B der Bauklasse II. Die Erdgeschosszone des Bauteils A wurde mit 3,5m Raumhöhe zur Aufnahme von Lokalflächen geplant.
Die Gebäudeecke wird städtebaulich durch die höhere Bauklasse definiert und im Projekt durch ein aufgesetztes Dachgeschoss abgesetzt. Auf eine weitere Überhöhung wurde zugunsten eines ruhigen Baukörpers verzichtet. Die Garageneinfahrt erfolgt von der Nebenfahrbahn die durch eine Grüninsel von der Kaiser-Ebersdorfer-Straße abgetrennt ist. Durchgehende Loggien und Balkonbänder schaffen einen Filter privater Freiräume zum Straßen und Hofraum. Sie dienen gleichzeitig zur Beschattung der dahinterliegenden Fassade und bieten den Bewohnern großzügige Aufenthaltsbereiche vor den Zimmern. Ein vorgesetztes Grid unterteilt den Freiraum in einen intimen, introvertierten und einen kommunikativen extrovertierten Bereich.
In der hohen Erdgeschosszone des Bauteils A ist ein Tageszentrum mit Werkstätten und ein Therapieraum des Betreibers ÖHTB geplant. Ergänzt wurde die Erdgeschossnutzung durch einen Hobbyraum mit angeschlossener Waschküche und Sanitärbereich sowie durch einen Fahrradabstellraum. Die Planung ermöglicht ein vielfältiges und „smartes Wohnangebot“ für unterschiedliche Bedürfnisse. Die überwiegende Anzahl der Wohnungen sind 2 und 3 Zimmerwohnungen. Ein Drittel der Wohnungen wurde nach dem Smart Wohnbauprogramm errichtet. Zusätzlich zu den Kellerabteilen sind weitere Lagerräume im Keller anmietbar.
Die Wohnungen werden über zentrale natürlich belichtete Stiegenhäuser erschlossen. Beim Bauteil A ergänzt ein kommunikativer Laubengang mit einer Fluchttreppe zum Gartenhof die Erschließung. Die Garage ist übersichtlich und einfach strukturiert mit einer breiten Rampe als Ein/Ausfahrt zur Nebenfahrbahn. Hobbyraum und Waschküche orientieren sich mit einer Gemeinschaftsterrasse zum Garten und Kinderspielplatz. Ein geschützter Gartenhof realisiert die Spielplatzflächenanforderung von 500m². Vielfältige Grundrisslösungen mit geringen Gangflächen und hohem Querlüftungsanteil bieten Raum für unterschiedliche Wohnformen. Fahrradabstellräume sind im Erdgeschoss und bei der Garage einfach erreichbar. Durch die Nähe zur U3 Bahnstation Simmering (900m), der unmittelbaren öffentlichen Buslinie 73A und nahen Straßenbahnverbindung ist eine sehr gute Verkehrsanbindung vorhanden.
Über die Arkaden entlang der Kaiser-Ebersdorfer-Straße gelangt man in den großzügigen Innenhof der neuen Anlage. Der Hof besticht vor allem durch seine großen offenen Flächen und die dadurch geschaffene klare Gliederung. Begrenzt werden diese Flächen teilweise durch geschwungene Sitzmauern, welche auf die Höhenunterschiede im Gelände reagieren. Ebenso reagiert das Wegenetz aus hellen Asphalt mit barrierefreien Rampen auf die Gegebenheiten des Gelände. Im Zentrum der Anlage, gut einsehbar von allen Seiten, befindet sich der Kleinkinderspielplatz. Direkt angeschlossen daran befindet sich eine offene Spielwiese als zentraler Treffpunkt für Spiele und Picknicks. Der Weg, welcher die Spielinsel umfasst bietet auch die Möglichkeit in einem geschützten Rahmen das Fahrradfahren zu lernen. Im Westen der zentralen Erholungsfläche befindet sich ein Teil des Jugendspielplatzes mit verschieden Spielgeräten, auf denen sich die Jugendlichen ungestört austoben können. Im Osten vor Bauteil A befinden sich die zum ÖHTB zugehörige Terrasse zum Aufstellen von Tischen, sowie einem eigenem Garten zum lehren und lernen. Die großzügigen Gärten der EG Wohnungen im Bauteil B werden durch niedere Hecken und Stauden vom öffentlichen Raum optisch getrennt. An der Studenygasse befinden sich einige Fahrradabstellmöglichkeiten für BesucherInnen sowie ein zweiter Zugang zum Innenhof.