Wie geschnittene „Steinblöcke“ wird die neue Kletterhalle in 4 Blöcke gegliedert. Zur Sill orientierte Bruchstellen werden als Kletter- und Außenwand genutzt. Zwischen den Blöcken sind vertikal und horizontal verglaste Schnittstellen als Belichtungselemente geplant, die spannende Ein und Ausblicke in die Halle bzw. Freibereich bieten. Die neue Halle wird mit dem Bestand über die Eingangszone und das Café verzahnt. Der niedrigere Boulderbereich befindet sich in der bestehenden Halle, die hohen Seilkletterwände sind in der neuen Halle vorgesehen.
Die neue Kletterhalle wird von der Ing. Etzl Straße abgerückt und der dadurch entstehende Vorplatz als Parkplatz und Zugangszone genutzt. Hier befindet sich auch die Zufahrt zur Garage der Bergrettung, die in die neue Halle integriert wird. Auf der anderen Seite des Gebäudes entlang der Sill, orientiert sich eine dem Sport und Fussgänger vorbehaltene Zone. Zwischen der Bestandshalle und der neuen Kletterhalle verläuft ein öffentlicher Durchgang, der die an der Sill gelegene Matthias-Schmid-Straße mit der Ing. Etzl Straße verbindet. An dieser Erschließungsachse liegt der zentrale Aufgang zur Kletterhalle. Das Foyer im 1. Obergeschoss mit Kassa und Shop dient als Verteiler zum öffentlich zugänglichen Café und den Garderobenzugängen. Die Zugänge zu den Kletterbereichen sind nach den Garderoben, die als Schmutzschleuse dienen, angeordnet. In den Kletterhallen sind ausreichend bemessene Zuschauerflächen für Wettkämpfe und abtrennbare Zonen für Schulungs-und Kletterkurse vorgesehen. Das großzügig verglaste Café mit vorgelagerter Terrasse bietet Einblicke in beide Hallenbereiche sowie Ausblicke zur Sill und dem Outdoor-Kletterbereich. Ein barrierefreier Zugang steht beim zentral gelegenen Stiegenhaus mit Aufzug zur Verfügung. Hier befindet sich auch der externe Zugang zum Seminarraum.
Die Primärkonstruktion des Hallentragwerkes orientiert sich in ihrem Abstand an der Geometrie der einzelnen „Gesteinsblöcke“ und wird in Stahl hergestellt, wobei die einzelnen Fachwerk-Montageeinheiten zu einem 2-Gelenkrahmen zusammengesetzt werden. Dies ermöglicht die vorhandenen großen Stützweiten bei weitest gehender Durchlässigkeit im Hinblick auf Licht und Haustechnik-Leitungsführung. Die Sekundärstruktur wird entsprechend der statischen Anforderungen gemischt aus Holz- und Stahlbauteilen hergestellt und dient gleichzeitig auch als flexible, lastableitende Unterkonstruktion für die verschiedenen, später applizierten Klettereinrichtungen. Die Längsaussteifung der Halle erfolgt für jeden Block separat über Verbände bzw. schubsteife Ausbildung in der Wand- und Dachkonstruktion, wodurch die Konstruktion im Bereich der Übergänge mit den durchgehenden Lichtbändern reduziert und sehr einfach gehalten werden kann. Die Konstruktionsweise der Kletterhalle ermöglicht einfache Adaptierungen oder eine gänzliche Transferierung an einen anderen Ort. Ein mehrschichtiger Fassadenaufbau mit einer unterschiedlich gelochten Metallhaut schafft einen Moiré-Effekt, der für den bewegten Betrachter immer neue Eindrücke schafft und die tatsächliche Größe der Halle verschleiert.
Der Gesamtheizwärmebedarf samt dem Energiebedarf für die Warmwasserbereitung soll über eine Solaranlage samt Pufferspeicher bzw. Massenspeichersystem (Wärmespeicher Beton) abgedeckt werden.
Zur Abdeckung des jährlichen Gesamtwärmebedarfes ist eine integrierte Solaranlage am Dach geplant. Über die Kollektoren kann in der Heizperiode (November bis März) ein maximaler Solargewinn lukriert werden kann und in den Monaten April bis Oktober die Warmwasserversorgung für die Duschanlagen bereitgestellt wird.
Die gewonnene Solarenergie wird über einen Standard-Industrie-Pufferspeicher mit einer hochwertigen Wärmedämmung in den Wärmespeicher Beton (Bodenplatte)eingebracht.
Die Warmwasserversorgung für das Gebäude erfolgt aus einem Pufferspeicher über ein Hygiene- Frischwassermodul, die MSR-Anlage ermöglicht einen nahtlosen Übergang zwischen High-Flow und Low-Flow-Betrieb der Solaranlage, d.h., sobald die erforderlichen Raumtemperaturen erreicht sind, wird die Solaranlage in einen Low-Flow-Betrieb übergeführt, welcher hohe Temperaturen im Pufferspeicher garantiert und damit die Wärmeversorgung für den Warmwasserbetrieb sicherstellt.
Auf Grund der spezifischen Anforderungen für den Kletterbetrieb wird eine Be- und Entlüftung der Kletter- und Boulderhalle über die Fensterlüftung geplant. Eine Belüftung für den hygienisch notwendigen Luftwechsel wird bedarfsorientiert durchgeführt. Umkleide und Duschräume werden mech. belüftet. Durch das Haustechnikkonzept sollen keine Energiekosten für den Heizbetrieb anfallen, und es entstehen so gut wie keine Wartungs- und Instandhaltungskosten. Um eine sommerliche Überwärmung zu vermeiden, werden bei direkt besonnten verglasten Bereichen Sonnenschutzgläser eingesetzt.
– Orientierung zur Sill – Großzügiger Vorplatz – Attraktiver Sportpark – Abfolge von härteren und weicheren Belegen – Zuschaltbare und veränderbare Freiräume – Streifen mit unterschiedlichen Nutzungspotentialen
Die neue Kletterhalle strukturiert die Freiräume in einen vorderen Ankommensbereich und einen zur Sill orientierten, autofreien Sportparkbereich. Vom Vorplatz führen die Wege in Richtung Haupteingang und zum variabel gestalteten und mehrfach nutzbaren Park an der Sill.
Die Orientierung des Sportparks zur Sill und der Wunsch nach Gliederung in mehrere, zusammenschaltbare Teilbereiche formt Nutzungsstreifen, die je nach räumlicher Anforderung geknickt werden und ihre Richtung ändern. Durch diese Linearität ergeben sich Räume, die sich zum Fluss hin aufweiten, den Freiraum zonieren und verschiedene Funktionen übernehmen. Durch diese Gestaltung werden die Grenzen zwischen der Promenade und dem neu gestalteten WUB-Areal aufgelockert und zu einem großen Ganzen verbunden. In Richtung Bergrettung werden die Materialien weicher und die Zonierung durch die Streifen großzügiger. Dadurch entsteht der neue Sillpark, der sich mit der Promenade verbindet und zum Erholen und Sport treiben einlädt. Bäume entlang der Streifen bilden Paravents, gliedern den Raum und bieten spannende Blickbeziehungen zwischen Sill, Promenade, dem neu gestalteten WUB-Areal und den Bergen.
Die zentrale Achse vom Vorplatz bis zur Sill-Promenade ist in Plattenbelag und wassergebundener Wegedecke konzipiert. Die Kombination dieser Materialien bietet sowohl große, zusammenschaltbare und befestigte Freiräume für viele BesucherInnen als auch einen hohen Grad der Versickerungsfähigkeit am Grundstück. Der Platz an der zentralen Achse nimmt eine Gelenksfunktion ein und verbindet einerseits die neue Promenade mit der Ingenieur-Etzl-Straße, andererseits verbindet er den Kletterbereich mit dem öffentlichen Freiraum. Der Plattenbelag des Platzes zieht sich über die Promenade und leitet so die SpaziergängerInnen in das neue WUBAreal.
Der Kletterbereich ist von einem demontierbaren Zaun im Alltagsbetrieb umgeben. Bei Großevents entfällt der Zaun oder ist variabel andernorts einsetzbar. Ebenfalls ist es möglich eine Tribüne aufzubauen, die sich in die Gestaltung einfügt. Auf den Belagsbändern könne zu dem verschiedene Kiosk- und Merchandise-Buden aufgebaut werden, die bei Großveranstaltungen notwendig sind. Die entlang von Schienen verschiebbaren Holzdecks zwischen den Belagsbändern strukturieren den Sportpark und bilden Rast- und Ruhemöbel für die Kletterer und ZuschauerInnen. Je nach Bedarf schiebt man sie zum Ort des Geschehens oder bei Großveranstaltungen an den Rand.