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Studierendenheim Elisabeth Bergner Weg

Studierendenheim Elisabeth Bergner Weg

Art des Projektes
Wettbewerb
Jahr
2013
Auslober
Wohnbauvereinigung für Privatangestellte / ÖJAB
Team
b18 Architekten, Freiraumplanung: YEWO
Visualisierungen
b18 Architekten
BGF
ca. 7.500 m²

ENTWURFSGRUNDSÄTZE:

Kompakt, energieoptimiert, ökonomisch Der Entwurf sieht einen kompakten U-förmigen Grundriss mit gemeinsamen und getrennten Nutzungsbereichen des Lehrlingsheimes, dem Studierendenheim und der Evangelischen Pfarre vor. Die Kirchenräume sind als eigener Bauteil abgesetzt unter den ÖJAB Trakt durchgesteckt. Auf der einen Seite öffnet sich das Foyer zum Vorplatz, auf der anderen Seite orientieren sich die Versammlungsräume nach Süden in den Gartenhof. Für eine größtmögliche Nutzungsvielfalt sind Gemeinschaftsraum, Gemeindesaal und der Frühstücksraum direkt hintereinander gekoppelt. Über Falttrennwände können je nach Bedarf und Veranstaltungsgröße die zweigeschossig gestalteten Räume verbunden werden. In der offenen Erdgeschosszone des Heimes befindet sich eine transparente Abfolge von Gemeinschaftseinrichtungen beginnend mit dem zweigeschossigen Foyer, der Postzone mit Sitzbereichen, der Rezeption, Verwaltung, den Gemeinschaftsräumen wie Studierzimmer, Waschsalon, Fitnessraum und Musikproberäumen. Diese Bereiche sind Ort der Begegnung, soziale Kontakte werden provoziert und zum Miteinander eingeladen. Ein Partyraum mit Bar und Sanitäreinrichtung wurde im Keller entlang der U-Bahntrasse angeordnet. Eine Sauna steht den Bewohnern am Dach mit einer vorgelagerten Terrasse zur Verfügung. Die Wohnungen des Heimleiters und der Evang.Gemeinde sind im Dachgeschoss mit Terrassen nach Süden bzw. Westen.

ERSCHLIESSUNG:

Die Hauptzugänge von Kirche und Studierendenheim wurden nahe der U-Bahnstation Alterlaa, am Ende des Elisabeth-Bergner Weges und zukünftigen Romy Schneider Weges gewählt. Hier soll zusammen mit der Stadt Wien, statt des bisherigen Wendehammers, ein neuer Vorplatz als Begegnungszone und attraktiver Freiraum geschaffen werden. Das Studierendenheim und Lehrlingsheim wird über ein gemeinsames Foyer und zentrales Hauptstiegenhaus mit Liftgruppe erschlossen. Ein zusätzliches Fluchtstiegenhaus ist im Bereich des Studierendenheimes als weitere interne Verbindung vorgesehen. Die horizontale Durchwegung erfolgt in Form von Mittelgängen die durch Nischen, Öffnungen zur Fassade und Freibereiche aufgelockert werden. Die Tiefgarage für 16 PKW (2 Whng, 2 Kirche, 6 ÖJAB, 5 ÖAD, 1 Res.) ist unter dem westlichen Gebäudeteil angelegt. Die Zufahrt erfolgt vom Elisabeth Bergner Weg nahe der Nachbar Tiefgarageneinfahrt.

GEBÄUDE:

Dem Energiekonzept entsprechend wird ein kompakter Baukörper gebildet. An den Verkehrsflächen sind 5 Geschosse mit einem Dachgeschoss geplant, zum Nachbarn schirmt ein 3 geschossiger Bauteil den Gartenhof ab. An der Städtebaulich markanten Gebäudeecke zum nördlichen Vorplatz wird der Baukörper unter Anwendung der Giebelregelung und des Flächenausgleiches überhöht. Die Erdgeschosszone wird mit großzügig verglasten 2 geschossigen Foyerbereichen belebt und der Vorplatz einbezogen.

FREIFLÄCHENKONZEPT

Multifunktionaler Innenhof: Ein skulptural-ausformuliertes Holzdeck / Sitzmöbel prägt den Innenhof und schafft durch „Auf-Faltungen“ verschiedene Sitz- und Liegemöglichkeiten für die vorwiegend jugendlichen BenutzerInnen. Außenraumsteckdosen ermöglichen den StudentInnen und Lehrlingen auch das Arbeiten im Innenhof. Zu den Wohnbereichen hin schafft ein Grünstreifen Privatsphäre und mehrstämmige Kupfer-Felsenbirnen (Amelanchier lamarckii) spenden Schatten. Einladender Vorplatz: Im Sinne einer ganzheitlichen Gestaltung wurde auch der Kreuzungsbereich Maria-Bergner-Weg / Romy-Schneider-Gasse mitgestaltet, wobei hier besonders auf die Inszenierung der beiden Gebäudeeingänge in Richtung U-Bahn geachtet wurde. Großformatige, warmgraue Ortbetonfelder mit Besenstrich und markanten Dehnungsfugen definieren einen urbanen, nutzungsoffenen Platz. Die kleine Grünfläche steigt nach Westen hin an und geht nahtlos in ein Sitzmöbel über. Gemeinsam mit der „weichen“ Belagsfläche aus wassergebundener Wegedecke und einem neugepflanzten Zürgelbaum (Celtis australis) bildet sie einen Ruhepol vor dem Eingang zum Gemeindesaal. An der Ostseite des Gebäudes fungiert eine Gräserpflanzung als Puffer zum Elisabeth-Bergner-Weg.

ROHBAUKONSTRUKTION

Das Tragwerk wird einheitlich in Stahlbeton hergestellt. Die Decken der Obergeschosse können als unterzugsfreie Plattendecken mit 25cm Dicke ausgeführt werden wobei das Einlegen von Lüftungsleitungen berücksichtigt wird. Die horizontale und vertikale Lastabtragung erfolgt über Stahlbetonwände und lokal über Stützen. Im Erdgeschoss werden die Lasten bereichsweise durch Unterzüge abgefangen. In den Obergeschossen sind Überzüge mittragend im Bereich der Parapete vorgesehen. Balkon und Loggienplatten werden als Fertigteile mit wärmebrückenarmen Bauteiltrennungen ausgeführt.

AUSSENHÜLLE

Die Fassaden folgen dem Nutzungs,- und Energiekonzepterfordernis entsprechend offen oder geschlossen. Foyer und Gemeinschaftsräume sind großzügig verglast. Aus Wirtschaftlichkeitsüberlegungen wird beim Heim eine helle Wärmedämmverbundfassade (30cm EPS-Fplus/MW30) gewählt. Nur Teilbereiche werden mit hinterlüfteten Fassadenplatten oder dunkler kontrastierenden Putzflächen abgesetzt. Die Kirche erhält eine perforierte Metallfassade. Die Zimmer erhalten zur Kostenreduktion einen einheitlichen Fenstertyp. Die nicht überdeckten Fenster werden mit einen außenliegenden Sonnenschutz in Form von Jalousien mit Sonnen und Windwächter-steuerung sowie manueller Einstellung ausgestattet, um flexibel auf die unterschiedlichen Lichtsituationen reagieren zu können.

FLEXIBILITÄT

Durch die Reduzierung von lastabtragenden Elementen, Optimierung der Deckenspannweite, einer einfachen Tragstruktur und Trockenbauwänden kann rasch auf notwendige Änderungen reagiert werden. Die zweigeschossigen, zusammenhängenden „Säle“ im Erdgeschoss, bieten flexible Nutzungs, und Nachnutzungsvarianten.

PASSIVHAUSKONZEPT

Basis für das Gebäudeklimakonzept ist das thermisch optimierte Gebäude, dass durch Grundrissgestaltung, Wärmedämmung, Verglasung, Sonnenschutz etc. nur mehr sehr wenig Energie zum Erreichen eines guten Raumklimas benötigt. Um eine sommerliche Überwärmung zu vermeiden, werden alle Bereiche mit einem einstrahlungsgesteuerten Sonnenschutz versehen. Der vorhandene Fernwärmeanschluss an der südlichen Grundgrenze wird für die zentrale Warmwasserbereitung und Heizung genutzt. Zur weiteren Energieoptimierung werden kombinierte Solar/Photovoltaikkollektoren am Flachdach aufgestellt. Die zentrale Warmwasserbereitung – ein Speicher–Ladesystem mit thermischer Desinfektion - soll in erster Linie in den Sommermonaten über eine Solarvakuumkollektoranlage außerhalb der Sommermonaten zum Nachwärmen über die FFW erfolgen. Für den erforderlichen Restwärmebedarf der Zimmer werden kleine Heizpaneele(Radiatoren) über den Türen verwendet. Für Foyer, Frühstücksraum und Kirchen-Gemeinschaftsräume wird eine Fussboden Niedertemperaturheizung gewählt. Ein zentrales Lüftungsgerät für die kontrollierte Wohnraumlüftung wird mit einer integrierten Wärmepumpe zur bedarfsgerechten Nachheizung und Kühlung der Zuluft kombiniert. Das Lüftungsgerät wird zur Vermeidung von Schallemissionen und Wärmeverlusten am Flachdach eingehaust. Die Hauptverteilleitungen werden ebenfalls in einem gedämmten Kollektorbereich geführt. Über Luftverteilerboxen (zb. Fa.Pluggit) werden mehrere Zimmereinheiten zusammengefasst und die Lüftungsschläuche, die in die Stahlbetondecke eingelegt werden, angebunden.