Herzgasse
- Art des Projektes
- Wohnbau
- Jahr
- 2014
- Auftraggeber
- Gemeinnützige Bau-, Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft „AUFBAU“ reg.Gen.m.b.H.
- Team
- b18 Architekten, Elektroplanung: Ingenieurbüro Künzl, HKLS Planung: Ernst, Statik: Igor Budai ZT GmbH
- Visualisierungen
- b18 Architekten
- Nutzfläche
- ca. 1380 m²
Baulücke / Gestaltung
In der Herzgasse 70 wurde ein bestehender Autolackierbetrieb abgebrochen und die Baulücke mit einem 7-geschossigen Wohnbau geschlossen.
Die Straßenfront wurde durch einen vorspringenden Erker mit angehängter, verglaster Loggia und dem zweigeschossigen Eingang gegliedert.
Die Hoffassaden wurden durch vor- und rückspringende, begrünte Loggien / Balkone bewegt.
Dadurch entstanden unterschiedliche Freiraumqualitäten in den einzelnen Wohnungen und eine Verzahnung mit dem Volumen des Hofes.
Pflanztröge der Balkone bringen ein Stück Grünraum in die bestehende Hinterhofsituation.
Die vorspringenden Raumelemente heben sich auch durch ihre Material- und Farbdifferenzierung ab.
Der Innenhof wurde begrünt und für einen Mietergarten sowie Kleinkinderspielplatz genutzt.
Das Dachgeschoß wurde durch einen auskragenden Sonnenschutzflügel akzentuiert und schließt an die Traufe des Nachbarbauwerkes an.
Grundriss
Das Konzept sah einen Mix aus 2-, 3-, und 4-Zimmerwohnungen vor. Die überwiegende Zahl sind kleinere 2- und 3-Zimmertypen, die der Forderung nach leistbarem Wohnen am besten entsprechen.
Alle Wohnungen erhielten einen großzügigen Freibereich in Form einer Terrasse oder Loggia.
Die überwiegende Zahl der Wohnungen sind querdurchlüftet, Ost / West orientiert und bieten nutzungsneutrale Zimmer, die entweder Arbeitsraum, Elternschlaf-, oder Kinderzimmer sein können.
Durchwohnen: Bei einem Teil der Wohnungen ist es möglich, die Wohn- und Schlafzimmer, je nach Belieben, westseitig zum ruhigen Innenhof oder ostseitig zur Herzgasse einzurichten.
Funktionen
Der Zugang ist überdeckt und zweigeschoßig gestaltet.
Das Stiegenhaus ist zur Straße orientiert, natürlich belichtet und mit öffenbaren Fenstern zur einfachen Reinigung und Lüftung geplant.
Im Erdgeschoß ist ein Hofdurchgang mit angeschlossenen Zugängen für Fahrrad- und Kinderwagenraum, Waschküche und Parteienkeller angelegt.
Der Müllraum ist vom Stiegenhaus begehbar.
Bei der Garagenrampe wurde ein weiterer Fahrradabstellraum vorgesehen.
Die natürlich belichtete Waschküche ist hofseitig im Erdgeschoß in direkter Verbindung zum Kleinkinderspielplatz situiert.
Im Wohnungsverband wurden zur Vorbereitung von PC-Arbeitsplätzen Anschlusspunkte an das Internet geschaffen.
Jedes Zimmer erhielt Anschlusspunkte in Form von Verrohrung, bzw. zusätzlichen Leerverrohrungen.
In allen Wohnungen kann wahlweise über die Telefon- und Telekabelanbieter von einer Medienbox im Vorraum aus mehrfach ein Internetanschluss hergestellt werden.
Frei- und Grünraum
Hof:
Über der Garage wurde ein 50cm hoher Humuskörper für die Bepflanzung von Strauchhecken und Intensivbegrünungen mit gesteuerter Tropfbewässerung in Trockenperioden vorgesehen.
In einer Erdkörperaussparung der Garage wurde ein Kleinbaum – z.B. Sorbus aria „Magnifica“ gesetzt.
Balkone / Loggia:
Pflanztröge statt Geländer übernehmen die Funktion der vertikalen Innenhofbegrünung.
Variierende Bepflanzung z.B. Lavendel, Zwergflieder, Geißblatt erzeugen Gartencharakter.
Auslaufarmaturen geben den Mietern die Möglichkeit der Tropfbewässerung in Trockenperioden.
Dachbegrünung:
Über dem Dachgeschoß wurde ein Gründach in Form einer extensiven Dachbegrünung geplant.
Mit Substrathöhen von 10cm sind pflegeleichte Sedum-Gras-Kraut Bepflanzungen ohne Bewässerung möglich.
Material / Ökologie / Nachhaltigkeit
Die straßenseitige Fassade erhielt eine hinterlüftete Fassade mit Faserzementtafeln.
Hofseitig wurde eine Openklima Vollwärmeschutzfassade gewählt.
Eine Sichtbetonscheibe ersetzt das Stiegengeländer in der Spindel.
Die Bauweise entspricht den Anforderungen des verbesserten Niedrigenergiehauses.
Vorgesehen wurden Fernwärmeanschluss, Fernablesung, Kleinwärmemengenzähler und Kaltwasser-Einzelwasserzähler für jede Wohnung.
Durch die Massivbauweise ergeben sich große, speicherwirksame Massen.
Alle außenliegenden Baumassen wurden mit Iso-Körben getrennt, Wasserleitungen wurden zusätzlich gedämmt.
Die Reinigung der Fenster ist ohne Hilfseinrichtungen möglich.
Außenjalousien wurden standardmäßig bei den unverschatteten Wohnungsfenstern vorgesehen.
Ein einfaches statisches System ohne Stützen und tragenden Wänden im jeweiligen Grundriss sorgt für Flexibilität bei allfälligen Adaptierungen.
Die Verwendung H-FCKW- und H-FKW-freier Materialien wurde in Planung und Ausführung vertraglich vereinbart.
Stellplatzverpflichtung
Die gesetzliche Stellplatzverpflichtung ist mit einem Parkpaletten-Halbautomaten und Doppelparksystem in einer Tiefgarage gelöst.
Trotz der geringen Grundstücksgröße konnten für alle Wohnungen Stellplätze, insgesamt 16 Stück, angeboten werden und entlasten so die eingeschränkte Parkplatzsituation in der Umgebung.
Die Parkpaletten sind eben angelegt und auch für höhere Fahrzeuge geeignet.
Im Bereich des Parkautomaten mit 3 Ebenen wird das Hofniveau geringfügig angehoben.