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Kaiserebersdorferstraße 243

Kaiserebersdorferstraße 243

Art des Projektes
Wohnbau
Jahr
2009
Auftraggeber
Gemeinnützige Bau-, Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft „AUFBAU“ reg.Gen.m.b.H.
Team
b18 Architekten, Statik: Vasko & Partner, Bauphysik: DI Walter Prause, Elektroplanung: Ingenieurbüro Künzl, HKLS Planung: Ernst
Nutzfläche
ca. 2.800 m² und ca. 680 m²

Baulücke / Gestaltung

Das Grundstück liegt zwischen der Kaiserebersdorferstr.243 und der Schmidgunstgasse 10. Zu den beiden Straßenseiten wird entsprechend der Flächenwidmung je ein 5 stöckiges Gebäude errichtet. Die westlichen Feuermauern schließen an einen bestehenden Altbau an. Ostseitig grenzt das Grundstück an eine eingeschossige Halle bzw. Einfriedungsmauer. Ein gemeinsamer Gartenhof verbindet beide Gebäude. Aus städtebaulichen Gründen wird im Bauverfahren angestrebt, die Bauhöhe an das um ca. 1,5m höhere Nachbarbauwerk (Schmidgunstgasse 8) anzupassen. Dies würde im gegenständlichen Projekt zur Vergrößerung der Raumhöhen führen (keine Mehrflächen).

Schmidgunstgasse 10

Die nordseitige Straßenfront in der Schmidgunstgasse ist im Erdgeschoss offen gestaltet, in Glas aufgelöst und bindet so die Umgebung ein. Erker und Stiegenhausanordnung beleben diese zusätzlich. Aufgrund der verkehrsmäßig weniger frequentierten Straße ist hier die Garagenein,-ausfahrt vorgesehen. Die südseitig gelegene Gartenfront wird mit großen Glaselementen, vorgelagerten Loggien, Pflanztrögen und Erkern bewegt.

Grundriss

Das Konzept sieht einen Mix aus 2 -, 3 -, und 4 - Zimmerwohnungen vor. Die überwiegende Zahl sind kleinere 2 und 3 Zimmertypen die der Forderung nach leistbarem Wohnen am besten entsprechen. Die Wohnzimmer und die überwiegende Zahl der weiteren Zimmer sind durchwegs südseitig orientiert. Die Grundrisse im Haus Kaiserebersdorferstraße sind überwiegend zum Durchwohnen angelegt, um auch die ruhigere Innenhofzone einzubinden.

Die Stiegenhäuser sind nordseitig angeordnet. Die Küchen sind großteils räumlich eigen-ständig und durchwegs dem Wohnraum zugeordnet. Durch die Lage der Küche neben dem Wohnbereich bzw. Integration der Küche in den Wohnbereich wird die Kommunikationsmöglichkeit im Wohnungsverband verbessert. Alle Wohnungen erhalten einen großzügigen Freibereich in Form einer Terrasse oder Loggia. Den Erdgeschosswohnungen sind Eigengärten angeschlossen.

Kommunikation

Die Zugangs- und Allgemeinbereiche sind als offene und bewusst breiter gehaltene Räume konzipiert, um durch Zuschnitt und Belichtung Begegnung und Kommunikation unter den Bewohnern zu fördern. Im Kellergeschoß des Hauses Kaiserebersdorferstraße wird eine Waschküche sowie ein Hobbyraum für kleine Reparaturen, Hobby und Basteln usw. errichtet und mit Basisausstattung versehen. Im Erdgeschoß wird jeweils ein Kinderwagen und Fahrradraum angeboten. Im Keller ist je Haus ein weiterer Fahrradabstellraum vorgesehen der leicht über die Garagenrampe erreichbar ist. Es stehen somit 3 Fahrradabstellplätze / Wohneinheit zu Verfügung. Im Allgemeingarten wird ein Kinderspielhaus mit vorgelagerten Tartan Deck errichtet, das auch den Eltern ein Begegnungsraum sein soll. Hier ist Platz für Gemeinschaftliche Aktivitäten.

Behinderte / Nichtbehinderte

Alle Ebenen einschließlich Garagenebene sind mit dem Aufzug zu erreichen. In der Garage wird 1 Behindertenstellplatz neben der Schleuse des Hauses Schmidgunstgasse vorgesehen. Die Wohnungsvorbereiche sind mit erweitertem Rollstuhlwenderadius - 150 cm DN - geplant. Die Küchen sind ohne bauliche Änderung rollstuhlgerecht zu möblieren. Der Garten ist ohne Stiegen angelegt.

Arbeiten und Wohnen

Im Wohnungsverband werden zur Vorbereitung von PC-Arbeitsplätzen Anschlusspunkte an das Internet geschaffen. Jedes Zimmer erhält Anschlusspunkte in Form von zusätzlichen Leerverrohrungen. In allen Wohnungen kann wahlweise über die Telefon- oder Telekabel-anbieter von einer Medienbox im Vorraum aus mehrfach ein Internetanschluß hergestellt werden.

Frei- und Grünraum

Der Innenhof wird als zusammenhängender, großzügiger Gemeinschafts- Außenraum interpretiert. Ein meanderförmiges Band durchzieht den gesamten Innenhofbereich vom nördlichen zum südlichen Hofeingang. Je nach Anforderung wandelt es sich vom Weg zur Einfassung, zu Sitz- oder Spielelementen. Alle Aufenthaltselemente sind integriert. Seitliche Hofmauern ergänzen die räumliche Fassung.

Ein zentraler Hain aus Zitterpappeln erzeugt ein vegetatives Volumen im Innenhof und bietet eine Vielzahl an Nutzungs- und kreativen Spielmöglichkeiten. Ein Spiel von Licht und Schatten überzieht diesen Bereich. Ein kleiner Gemeinschaftsplatz steht für Grill und Hoffeste zur Verfügung.

Die Privatgärten sind mit Heckenkuben abgegrenzt und durch einen Zugang mit dem Gemeinschaftsbereich verbunden. Das Kinderspielhaus ist von attraktiven, vielfältig nutzbaren Flächen wie Tartanbereich, Sandspiel-, Rasenfläche und einen als Boulebahn nutzbaren lang gezogenen Platzbereich umgeben.

Der gemeinschaftliche Freiraum bindet die privaten Aussenräume ein und liefert durch seinen hohen Grünanteil mit dem baumbestandenen Innenhof sowie der sehr geringen Versiegelung der Flächen einen wichtigen stadtökologischen Baustein.

Regenwassernutzung und Wasserspareinrichtungen

Die Regenwässer der Gründächer werden zur Gartenbewässerung in einem Zisternensystem gesammelt und genutzt, die Regenwasserüberschussmengen auf eigenem Grund versickert. Einzel-Kaltwasserzähler in jeder Wohnung stellen den individuellen Verbrauch dar und machen die Einsparmöglichkeiten transparent. Die Nassgruppen werden standardmäßig mit 2-Mengenspülern und wassersparenden Brausen ausgestattet.

Materialökologie

Die Verwendung H-FCKW und H-FKW-freier Materialien wird in Planung und Ausführung vertraglich vereinbart. Durch die Ausführung von Aufbauten mit getrennten Lagen ist das spätere Recycling möglich.