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Landesberufsschule WIFI Amstetten

Landesberufsschule WIFI Amstetten

Art des Projektes
Wettbewerb
Jahr
2008
Auslober
NÖ Bauprojektmanagement GmbH
Team
b18 Architekten, Freiraumkonzept: Bauchplan
Visualisierungen
b18 Architekten
BGF
ca. 1.250 m²

ALLGEMEIN:

Eine kompakte, übersichtliche Passivhaus-Anlage soll in Höhenentwicklung und Baukörperorientierung die heterogenen Ausformulierungen der Stadtrandumgebung aufnehmen und mit einer ruhigen Geste fassen. Als Antwort auf die frequentierte Verkehrslage werden Hofsituationen gebildet. Die Freiräume entwickeln sich, von der Bundesstraße abgewandt, zum Mühlbach und zur südlichen Grundstückskante. Das Gebäude des WIFI und der WKNÖ ist zentral an der Hauptzufahrt angelegt, es bildet mit einem differenziert ausformulierten Baukörper den Kopf der Anlage. In der Gebäudeaußenhaut wird das Grundthema der Schule thematisch aufgegriffen und daher vorwiegend mit Metallfassaden gearbeitet.

STÄDTEBAU:

Die Baukörper sind kompakt, großteils 2-hüftig und von der Bundesstraße abgerückt. Schule, Labor- und Werkstättentrakt bilden den 2-geschossigen Mittelteil der Anlage, sie sind um einen gemeinsamen „introvertierten Atriumhof“ angelegt. Die Funktionsgruppe Schule/Labors/Werkstätten formt entlang der B 1 einen geschlossenen Rücken, an den die zentrale Erschließung für Schule und Heim sowie der Verwaltungs-trakt anschließen. Das 4-geschossige Heim bildet mit der Schulgruppe einen nach Südosten offenen “extrovertierten Hof“. An den Heimtrakt schließt die Turnhalle an und schirmt die Anlage gegen den Straßenraum im Westen ab. WKNÖ/WIFI bilden den eigenständigen Kopfbau des Ensembles, der mit einer Verschwenkung, den Flurlinien und der Bachführung folgend, am Straßenkreuzungspunkt Signal- und Gelenksfunktion übernimmt. Die Verkehrsaufschließung der gesamten Anlage erfolgt über die bestehende Straßeneinmündung.

FUNKTION

WIFI / WKNÖ

Das 2-geschossige WIFI/WKNÖ Gebäude bildet den Kopfbau der Gesamtanlage und empfängt die Besucher mit einem repräsentativen Foyer. Die Büros im Erdgeschoss sind großteils strassen- und damit lärmabgewandt in den Grünraum orientiert. Im Obergeschoss sind die 4 Seminarräume nach Norden orientiert, sie können bei Bedarf zu einem 300m² Saal zusammengeschlossen werden. Ein vorgelagertes Foyer mit Galerie dient als Empfangs- und Pausenraum. Der zweiseitig erreichbare Abendeingang liegt zwischen Schultrakt und dem Gebäude der WKNÖ. Die durch das WIFI synergetisch mitgenutzten Schulbereiche können von den restlichen Schulbereichen abgetrennt werden.

SCHULE / HEIM

Die gemeinsame Erschließung von Schule und Heim führt, von der Straße gut sichtbar, über den Windfang und die Zentralgarderobe in die Funktionsbereiche. Am Eingang liegen Heimverwaltung, Erzieherdienstzimmer und Schulwartraum, womit sich der zentrale Erschließungsbereich gut überwachen lässt. Die Heimwartwohnung ist nahe dieser Schnittstelle angelegt und bietet eine entsprechende Privatsphäre mit Außenraumbezug. Im Erdgeschoss des Heimtraktes sind kommunikative Gemeinschafts-Einrichtungen wie Internet-Cafe, Multifunktionsraum und Speisesaal angesiedelt. Diese Bereiche sind in den extrovertierten Hof mit Blickrichtung zum Ötscher (Ötscherterrasse) bzw. Sportbereich orientiert. Der Fun-Court und der Aussenaufenthaltsbereich „Hot-Spot Cafe“ mit Sitzbereichen orientieren sich zum nahen Ybbs-Auwald im Südwesten. Der Küchentrakt mit dem Anlieferungsbereich ist an der Stirnseite des Heimgebäudes zur leichten Ver- und Entsorgung situiert. Über diesem Sockelgeschoß sind in 3 Ebenen die Schülerheimzimmer zweihüftig nach Ost und Westen angelegt. Die Gangbereiche werden über die Stiegenhäuser und Oberlichten bzw. Galerien belichtet. Über eine Aula am introvertierten Hof gelegen, gelangt man über kurze Wege in die Stammklassen im Obergeschoss, die um den Innenhof im Norden, Osten bzw. Westen angelegt sind. Die Belichtung der Stammklassen erfolgt von 2 Seiten. Über Oberlichten am Gang gelangt zusätzlich Licht in die Klassenräume.

WERKSTÄTTE / LABOR

Die Laborbereiche sind als kompakte Zone im Erdgeschoss um den Innenhof angelegt, sie sind für die Abendnutzung räumlich an das WIFI/WKNÖ Gebäude angebunden. Die Gänge sind über Galerien und Oberlichten natürlich belichtet. Der Werkstättentrakt wurde aus energetischen und organisatorischen Gründen an der südlichen Grundgrenze angelegt und bildet mit der Schule den „introvertierten Hof“. Die hier mögliche großzügige Verglasung ermöglicht energetische Gewinne und eine entsprechende Belichtung der funktionell notwendigen Raumtiefen. Die Anlieferung erfolgt passivhaustauglich über ein Rolltor und eine Schleuse zentral an der Ostseite. Angegliedert sind im Erdgeschoss die Lagerräume und ein Lastenlift, der die zweite Werkstätten-Ebene bedient. An diesem LKW-befahrbaren Anlieferungsbereich ist auch die zentrale Müllentsorgung geplant.

TURNHALLE

Im Westen ist die Turnhalle dem Heimtrakt als eigenständiger Bauteil angegliedert und schirmt das Wohnheim und den Fun-Court Bereich von der Bundesstraße 1 ab. Ein Gang im Süden verbindet die interne Erschliessung vom Heim mit dem unabhängigen Zugang für Externe und den Aussensportanlagen. Über dem Garderobenbereich ist der Schülerheim-Fitnessraum mit vorgelagerter Freizeitterrasse geplant.