Eurogate
- Art des Projektes
- Wettbewerb
- Jahr
- 2007
- Auslober
- Wohnfonds Wien
- Auftraggeber
- Gemeinnützige Bau-, Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft „AUFBAU“ reg.Gen.m.b.H.
- Team
- b18 Architekten, Freiraumkonzept: Bauchplan
- Visualisierungen
- b18 Architekten
- Nutzfläche
- ca. 10.800 m²
Grundgedanken
- Erdgeschosszonen: sind nach den Intentionen des Städtebaulichen Leitprojektes durchlässig gestaltet und nehmen Kommunikations-, Gemeinschafts- und Freizeitbereiche auf.
- Passivhaus: mietwohnungstauglicher Passivhausstandard mit speziell für diesen Bereich geeigneten Komponenten wie Erdsonde, Wärmepumpe und semizentrale Lüftung ohne Luftheizung, jedoch mit Niedertemperaturheizung, Strahler im Bad usw. eingesetzt, um die Energiebilanz zu optimieren.
- Außenbereich: ermöglicht ein geordneter Mix vielfältigen Nutzungen und die Anpassung an unterschiedliche Höhenniveaus.
Städtebau
- Baukörper: sind kompakt gestaltet und funktionell nach Südwest orientiert.
- Öffnung: Im Bereich der S7 Trasse, sowie zum höher liegenden Bauplatz 3 ist eine 2 geschossige Auskragung für ein Größtmass an Durchlässigkeit und Öffnung des Freiraumes geplant.
- Freispiel: Die Erdgeschosszonen sind durch die Aufstelzung der Baukörper großteils freigespielt.
- Eingangsbereiche: sind als offene Zonen übersichtlich und teils zweigeschossig konzipiert, diese Räume bieten durch Zuschnitt und Belichtung Anreiz für Begegnung und Alltags-Kommunikation.
Offenes Wohnen / Raumhöhen
- Organisation: resultiert aus dem Wunsch nach größtmöglicher Flexibilität, großzügigen Freibereichen für jede Wohneinheit und Mitbestimmungsmöglichkeit für die Bewohner.
- Raumkonzept: Beim überwiegenden Teil der Wohnungen gruppiert sich ein offenes um eine Service- und Sanitärzone, wodurch vom Loftwohnen bis zu den klassischen Zimmerwohnungen verschiedene Grundrissvarianten möglich sind. Ein anderer Teil der Wohnungstypen bietet kleinere, kompaktere und gut möblierbare Einheiten.
- Raumhöhe: Zur Verbesserung des Standards und des Raumvolumens wird die Raumhöhe an der Aspangstraße auf 2,55 m1 und im südlichen Bauteil auf 2,6 m1 angehoben. Es ist daher beabsichtigt ein Ausnahmeansuchen nach § 75 (9) zu stellen.
Süd/Nordfassaden
- Nordfassaden: geben sich dem Energiekonzept entsprechend geschlossen. Grafik und –bewegung entstehen durch die Anordnung und Lage der Fenster vor, in, und hinter der Fassadenebene.
- Stiegenhäuser: sind nach Norden großzügig verglast und öffnen sich dem Straßenraum bzw. Gartenhof. Energetisch sind die Stiegenhäuser Pufferräume.
- Südseite: gibt sich offen, dem eigentlichen Baukörper wird eine grafisch gestaltete Schicht aus durchgehenden Loggien vorgehängt. Diese zweite, transluzente Fassadenschicht besteht beschichtetem Lochblech und Geländern. Sie dient als Sonnen-, Sicht- und Wetterschutzschirm.
Kommunikation
- Erdgeschosszone: ist durchlässig und überwiegend als Gemeinschafts-, Erschliessungs- und Bewegungszone gestaltet.
- Erschliessungsband: verbindet die Stiegenhäuser mit dem Strassen- und Wegenetz. Klare Wege - und Sichtbeziehungen sind Orientierungshilfen für ortsfremde Personen.
- Lobby: Der zum gestalteten Freiraum hin orientierte Gemeinschaftsraum mit Küchenzeile und Sanitäreinheit erweitert sich über eine vorgelagerte Terrasse in den Gartenbereich. Dieser Raum steht für Feiern und als Treffpunkt von Bewohnerinitiativen zur Verfügung. Der Lobbybereich soll mit einem Handbibliotheksbereich als Begegungsraum dienen und das Freizeitangebot erweitern. Die Verwaltung dieser Raumgruppe soll von der Hausgemeinschaft getragen werden.
- Waschküche: Neben dem Gemeinschaftsraum situiert, wird in die Gestaltung des Gemeinschaftsbereiches einbezogen, dadurch entsteht in der Sockelzone ein fließender Raumeindruck.
- Kinderspielplatz: Kleinkinder-Kinderspielplatz sind o.a. Räumen vorgelagert, dadurch ist auch von den Gemeinschaftsräumen die Möglichkeit der Beobachtung und Betreuung der Kinder möglich.
Garage
Da widmungsgemäß keine Ein/Ausfahrten am eigenen Grundstück zulässig sind, ist eine Durchfahrts-garage geplant, die an die Nachbargaragenlösungen angepasst werden kann.
- Natürliches Licht: durch Oberlichtöffnungen für erhöhtes Sicherheits und Behaglichkeitsgefühl
- Stromeinsparung
- Behinderten Stellplätze
Detailausbildungen
- Loggienplatten vor die Passivhaushülle gehängt.
- Wärmebrückenreduzierung durch optimierte Querkraftkörbe der punktuell aufliegenden Fertigteilplatten und geschoßweise Rückhängung mit Zugankern
- Die STB-Stützen werden gedämmt und die Durchdringungspunkte auf ein Minimum reduziert.
- erhöhte Dämmung der angrenzenden Bauteile zum Ausgleich der Wärmebrückenverluste
- Attiken und Brüstungen werden wärmebrückenfrei als Leichtkonstruktionen geplant.
Passivhaustechnik
Die im großvolumigen Geschosswohnungsbau zu erwartenden unterschiedlichen Lebensformen sollen bei der Passivhaus bauweise berücksichtigt werden.
- Semizentrale Anlage
- Wartung: Die dezentralen Anlagenteile finden geschossweise im Bereich des Stiegenhauses Platz. Warmwasserspeicher und Kleinstwärmepumpe werden in einer Steignische vor jeder Wohnung situiert. Die Lüftungsanlage wird in einer abgehängten Decke bzw. in der Steignische am Hauptpodest untergebracht. Wartungsarbeiten und Filtertausch sind jederzeit im Intervall vom Hauspersonal durchzuführen.
- Lüftung: Durch Anordnung der Technik in Nischenbereichen des Stiegenhaus wird die akustische Trennung der Wärmeerzeugung und Lüftung zu den Wohnungen gewährleistet. Die wohnungsweise Lüftungsregelung erfolgt über einen 3-Stufenschalter. Durch den Entfall der Stufe 0 kann die Lüftungsanlage nicht direkt durch den Wohnungsnutzer, sondern nur über das Zentralgerät im Keller ausgeschaltet werden. Jede Wohnung ist mit einer durchgehenden Minimallüftung beaufschlagt, wodurch Überfeuchtung bei Fehlbedienung und zu geringem Luftwechsel verhindert wird (Werterhaltung und Schutz der Bausubstanz).
- Raumklima/Heizung: Je Wohneinheit wird eine Kleinstwärmepumpe für Heizung und Warmwasser eingesetzt, dadurch gibt es keine Verteil- und Zirkulationsverluste. Die Wärmebereitstellung erfolgt dort, wo sie benötigt wird und dann wenn sie benötigt wird.aus Komfortgründen wird eine Niedertemperaturheizung zur Deckung des Restwärmebedarfs im Winter gewählt. In der Bädern werden zur schnellen Erwärmung Heizstrahler verwendet. Auf eine Zusatz-Luftheizung wird zur Vorbeugung vor zu “trockener Luft“ verzichtet. Es ist nur eine Kaltwasserzählung je Wohneinheit erforderlich. Warmwasser- und Heizungszählung entfallen.
Freiraumplanung / Regenwassernutzung
Ziel der Freiraumgestaltung ist es, die Funktionen der offenen Erdgeschoßzonen beider Baukörper nutzerspezifisch zu ergänzen. Die Raumabfolge des Freiflächenkonzeptes versucht, einen offenen Charakter zu bewahren parallel dazu jedoch eine Konfliktpotential reduzierende Zonierung anzubieten.
- Dachgärten: Die obersten Dachebenen werden mit abwechselnd intensiver und extensiver Dachbegrünung, einem Holzdeck und Hochbeeten genutzt. Im Aufgangsbereich wird eine Sanitärgruppe und ein Stauraum für Gartenmöbel geschaffen.
- EPK: Entlang der nördlich gelegenen Aspangstraße bildet ein dichter Saum aus schnellwüchsigen Pioniergehölzen einen atmosphärisch markanten Filter.
- Erschließungsband: verbindet großzügig beide Gebäudezeilen mit der Spielzone, sowie dem muldenförmig tiefergelegten Kleinkinderspielplatz und der benachbarten Gemeinschaftsterrasse.
- Freie Wiesenfläche: sichert den übergeordneten Grünraumbezug durch die Anbindung an die Nachbargrundstücke.
- Privatgärten: ergänzen direkt zugeordnete die Aussenraumnutzung des nördlichen Baukörpers.
- Mietergärten: beim südlichen Baukörper mit leicht modelliertem Landschaftsverlauf
- Spielzone: am Westrand des Bauplatzes stuft sich ebenso mit dem Gelände ab und wird durch Lage und Offenheit einen wohnblockübergreifenden Möglichkeitsraum etablieren.
- Freie Erdgeschosszone: bietet Schlechtwetteraufenthalt und integriert funktionale Einbauten wie Fahrradabstellplätze und Gartenboxen.
- Wege: Befestigte Flächen werden als sickerfähige Beläge ausgeführt. Im Grünbereich Hof sind überwiegend Rasenfläche und kleine bis mittelhohe Bäume ( z.B. Sorbus, Acer campestris ) mit Strauchpflanzungen vorgesehen.
- Regenwassernutzung: für Dachflächen vorgesehen.
Familienfreundliches Wohnen
- Kleinkinderspielfläche: im Innenhofbereich, sonnige Lage. Sicht- und Rufmöglichkeit von fast allen Wohnungen
- Fahrradabstellräume: im Erdgeschoss situiert, ca. 1,5 Fahrräder / Whng.
- Kinderwagenräume: bei Stiegenhäusern in unmittelbarer Nähe zum Aufzug angeordnet.
- Gemeinschaftsr./Lobby:im Erdgeschoss in unmittelbarer Nähe zu den Kinderspielbereichen
- Waschküche: im Erdgeschoss, in unmittelbarer Nähe zu den Kinderspielbereichen mit Wäsche-Trockenbereich um den Gebrauch des energieintensiven Trockner zu minimieren