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Trinkhausstraße

Trinkhausstraße

Art des Projektes
Wohnbau
Jahr
2005
Auftraggeber
Gemeinnützige Bau-, Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft „AUFBAU“ reg.Gen.m.b.H.
Team
Bernhart Krakora Architekten; Freiraumplanung: DI Jakob Fina, DI Carla Lo; Elektroplanung: Ingenieurbüro Künzl; HKLS Planung: Ernst; Statik: Vasko & Partner
Nutzfläche
ca. 6.500 m²

Entwurfsthemen und Baubeschreibung

Kommunikation, Kulturelles Miteinander

Die Stiegen erhalten übersichtliche, breite und offene Eingangszonen, welche, mit einer „Visitenkarte“ im Grünraum und individuell gestalteten Eingangszonen untereinander leicht differenziert, genügend Raum für die nachbarschaftliche Kommunikation anbieten. Die offene und bewusst breiter als notwendig gehaltene Eingangssituation soll mit zusätzlichen Informationsflächen ( zu Veranstaltungen, Hausaktivitäten, Angebote zur Weiterbildung, Kurse, car-sharing usw. ) sowie Gestaltungselementen Raum und Gelegenheit für die alltägliche Kommunikation bieten. Mit Lichtführung und Gestaltungsdetails wird ein den individuellen Wohnbereichen vorgeschaltetes, gemeinsames Entree angestrebt.

Stiegenhaus und Liftvorbereich werden tagsüber mit den durchgehenden Glasbändern natürlich belichtet, abends werden Stiegenhaus- und Gangbeleuchtung zonenweise über Bewegungsmelder gesteuert. Der Erschließungsbereich in den Geschossen ist ohne Nischen gehalten und über die Stiegenhaus-Fensterrückwand und die Liftportaloberlichten gleichmäßig belichtet.

In das Gründach der Stiegen 1-4 ist für die Nutzung durch mehrere Gruppen eine Gemeinschaftsterrasse samt Sanitärgruppe eingefügt. Das Holzrost-Deck ist gegliedert und mit Pflanzentrögen umgeben. Die Verwaltung der notwendigen Sitzgruppenausstattung sollte von der Hausgemeinschaft getragen werden. Die Atria der darunterliegenden Wohnungen werden mit Sichtschutzlamellen und Glaselementen abgeschottet.

Im Kellergeschoß werden zwei von oben natürlich belichtete Arbeits-/Hobbyräume für kleine Reparaturen, Hobby und Basteln, Heimwerkeraktivitäten usw. unter dem Arbeitstitel 'SelfWoman + SelfMan' errichtet und mit Basisausstattung versehen. Die Verwaltung kann wieder von der Hausgemeinschaft übernommen werden.

Familiengerechte Grundrisse

Die Grundrisse orientieren sich am familiengerechten Wohnen. Einige Typen bieten teilbare Schlafzimmer; die Küchen sind überwiegend an der Hauptfassade angeordnet, um die Sicht auf den Grün- und Kinderspielbereich zu ermöglichen. Durch die Lage der Küche neben dem Wohnbereich wird die Kommunikationsmöglichkeit verbessert. Die Bäder der größeren Grundrisse (ab 3-Zimmer) sind zusätzlich mit Dusche ausgestattet.

Im Erdgeschoß werden die Kinderwagen und Fahrradräume mit ca. 2,1m2 Fläche/ Wohneinheit angeboten. Im Keller ist ein zusätzlicher Raum für ca. 60 Fahrräder und Mopeds angeordnet.

Arbeiten und Wohnen

Im Wohnungsverband wird zur Umsetzung des Themas Wohnen+Arbeiten (PC-Arbeitsplatz) ein flexibles, vorinstalliertes Verkabelungskonzept angeboten. Durch sternförmige Ver-kabelung vom Vorraum aus ist es möglich, in jedem Zimmer einen PC-Arbeitsbereich mit Internet-Anschluß zu installieren. Im Erdgeschoß und 1.Stock des Punkthauses können je nach Bedarf und Nachfrage Wohnungseinheiten in Ordinationen oder Sozialeinrichtungen der Stadt umgewidmet werden.

Behinderte/Nichtbehinderte

Alle Küchen sind durch ihren Zuschnitt rollstuhlgerecht zu möblieren (DN 200 samt ausreichender Möblierung ohne bauliche Änderungen erzielbar). Die Bäder sind immer neben Schächten angeordnet, sodass die Nachrüstung mit bodeneben eingelassenen Duschtassen und WC relativ günstig umzusetzen ist. In den größeren Wohnungen sind die Duschen bereits installiert. Damit sind alle angebotenen Wohnungen kostengünstig für Rollstuhlfahrer auszustatten. Alle Ebenen und damit Garage, Gemeinschafts-/Kommunikationsbereiche, Waschküche usw. sind mit dem Aufzug (gem. BO behindertengerecht) zu erreichen. In der Garage werden 4 Behindertenstellplätze vorgesehen.

Frei- und Grünraum

Das vom Grünraumplaner Jakob Fina erarbeitete Konzept sieht je einen Bereich für Kleinkinder und einen für etwas größere Kinder, sowie entlang des Erschließungsweges eine Reihe von Bänken für die Erwachsenen die sogenannte „Tratschreihe“ vor. Der Kleinkinderspielplatz ist mit Sandmulde, Wasserrinne, Spielgeräten in einer Wiesenfläche und einer als Holzdeck gefassten Fläche gestaltet. Der Bereich für die größeren Kinder erhält einen Tischtennistisch und Rasenfläche, sowie eine Palisade und einen Heckenrücken zur Fassade des Punkthauses. Über der Garagenrampe wird ein 60-80 cm hoher Humuskörper für die Bepflanzung mit Kleinbäumen und Großsträuchern eingebaut. Die Garageneinfahrt selbst ist als Mietergarten für eine Wohnung im 1.Stock genutzt.